Goethes Verständnis eines gekränkten Menschen

 

Aber abseits, wer ist’s?
Ins Gebüsch verliert sich der Pfad,
Hinter ihm schlagen
Die Sträucher zusammen,
Das Gras steht wieder auf,
Die Öde verschlingt ihn.
Ach, wer heilet die Schmerzen
Des, dem Balsam zu Gift ward?
Der sich Menschenhass
Aus der Fülle der Liebe trank?
Erst verachtet, nun ein Verächter,
Zehrt er heimlich auf
Seinen eignen Wert
ln ungenügender Selbstsucht.
Ist auf deinem Psalter,
Vater der Liebe, ein Ton
Seinem Ohre vernehmlich,
So erquicke sein Herz!
Öffne den umwölkten Blick
Über die tausend Quellen
Neben dem Durstenden
In der Wüste.

 

Ein Gedicht aus der „Harzreise im Winter“ von Johann Wolfgang von Goethe
die „Alt-Rhapsodie“, die Johannes Brahms vertonte,
angeblich im Liebeskummer, op. 53 (1869)

Johann Wolfgang von Goethe *28.08.1749, +22.03.1832                                     Johannes Brahms *7.05.1833, + 3.04.1897

Die Harzreise wurde 1777 fertiggestellt, aber erst 1789 veröffentlicht. 

Was den Patienten erwartet

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Was erwartet den Patienten in einer der o.g. Therapieformen?
Es gibt nur wenige Regeln, die „im Prinzip“ zu beachten sind [was fällt Ihnen zu “Prinzip” ein? Es gibt immer Ausnahmen!]:
1. Es darf alles gesagt werden, aber nichts gemacht werden, d.h. Körperkontakt ist nicht erlaubt, abgesehen vom Händedruck bei der Begrüßung / Verabschiedung; natürlich darf auch sonst kein ”Körper” oder Gegenstand ”angegriffen” werden.
2. Am Anfang wird ein Traum erzählt (natürlich nur, wenn einer erinnert wird).
3. Wie oben erwähnt spielen die Einfälle eine sehr wesentliche Rolle, die dem Patient in der Sitzung bewusst werden. Alle sollten gesagt werden, egal, ob sie für unwichtig, langweilig oder peinlich erachtet werden [sog. Grundregel]. Einfälle machen wie ”dumme Ideen” Angst, denn sie bedeuten die Aufgabe der Ichkontrolle und damit eine Trennung oder Herauslösung aus der bewussten [kontrollierten] Situation, weshalb sie auch ein wenig einsam machen. Also trotzdem!
4. Es handelt sich nicht um ein Gespräch oder um eine Unterhaltung, d.h. es muß nicht interessant sein und der Therapeut muß auch nicht unterhalten werden; der wiederum sagt nur dann etwas, wenn er es für sinnvoll hält.
5. Die von mir angebotenen Therapieformen sind keine Beratung. Deshalb sind Fragen “prinzipiell nicht erwünscht”, weil damit von Einfällen abgelenkt wird. Es gibt die Flucht in Fragen, um Unsicherheiten zu kompensieren. In der Therapie wären aber gerade die Bearbeitung dieser Unsicherheiten wichtig.
6. Eine große Rolle in der Theapie spielt die Regression = die Erinnerung an die Kindheit, an kindliche Bedürfnisse und kindliche Nöte. Die Erinnerung an die Kindheit ist oft unangenehm und schmerzhaft und wird deshalb abgewehrt. Die Angst vor diesen unangenehmen Erinnerungen führt oft zum Widerstand gegen die Therapie, die dann lästig wird, man hat das Gefühl, sie ist sinnlos, Zeitverschwendung, es gibt viel wichtigere Dinge und außerdem gibt es Menschen, die diesen Therapieplatz viel nötiger hätten. Es ist wichtig, diesen Widerstand zu verbalisieren. Gelegentlich passiert es auch, dass plötzlich alle Symptome verschwunden sind, vor Schreck sozusagen, wie vor dem Besuch eines Zahnarztes plötzlich alle Beschwerden verschwunden sein können.
7. Die Therapiesuchenden wollen oft den schnellen Erfolg, der sich auch tatsächlich in den meisten Fällen beruflich und im sozialen Verhalten schnell einstellt. Der Wunsch nach dem schnellen Erfolg behindert aber die Fähigkeit zur Regression, so dass sich die Beziehungsfähigkeit nicht so schnell und manchmal auch gar nicht entwickeln kann.

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Nutzung persönlicher Daten

Personenbezogene Daten werden von mir nur dann erhoben und gespeichert, wenn Sie mir diese mitteilen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie mir eine E-Mail schicken. Beim ersten persönlichen Kontakt geben Sie mir Ihre Versichertenkarte, deren Daten ich in mein Arztprogramm einlese, über das ich meine Abrechnung mit der KV-Berlin abwickele. Dazu werden die Daten ihrer Versichertenkarte verwendet. Sonst nutze ich Ihre persönlichen Daten ausschließlich  zur Kommunikation mit Ihnen. 

Die bei mir entstandenen oder angefallenen Unterlagen Ihrer Behandlung müssen 10 Jahre von mir an einem sicheren Ort aufgehoben werden – vom letzten Tag der Behandlung an. Auskünfte über Ihre Behandlung erteile ich nur, wenn mir durch Sie eine Befreiung von meiner ärztlichen Schweigepflicht   schriftlich   vorliegt. Das gilt auch für Anfragen ärztlicher und psychologischer Kolleginnen/Kollegen, egal in welchen Institutionen sie arbeiten. 

Was behandelt werden kann

Krankheitsbilder:

Ich behandele seelische Störungen (Neurosen und Persönlichkeitsstörungen) und psychosomatische Erkrankungen.
1. Beispiele für seelisch Störungen:
Arbeitsstörungen, Störung der Liebesfähigkeit und Potenz, Ängste* aller Art wie Flugangst, Höhenangst, Platzangst, Klaustrophobie, Persönlichkeitsstörungen einschließlich der Kontaktstörungen, aber auch die klassischen Krankheitsbilder wie Depressionen, Zwangsneurosen, in bestimmten Fällen auch Perversionen und die Neigung zu aggressiven Durchbrüchen.
Symptome, die in die Therapie führen, sind oft auch Gefühle der Sinnlosigkeit, der inneren Leere, obwohl das Leben privat und beruflich erfolgreich verläuft.
2. Beispiele für psychosomatischen Erkrankungen:
Herzneurosen, Hypertonie (Bluthochdruck), Darmerkrankungen wie M. Crohn,
Colitis ulcerosa, Magengeschwüre (Ulcus ventriculi und ulcus duodeni), Obstipation, in bestimmten Fällen auch Eßstörungen (bei denen evtl. eine stationäre Behandlung vorausgehen müßte, Dauer ca. 1 bis 3 Monate), Neurodermitis, Asthma bronchiale, Hörsturz, Beschwerden von Seiten der Wirbelsäule.

*Bei Angststörungen gilt die Verhaltenstherapie (VT) als die erfolgreichste Behandlungsmethode; deshalb verweise ich Patientinnen/Patienten mit diesen Störungen, die noch nie behandelt wurden, an die Verhaltenstherapie (auch aus rechtlichen Gründen gebe ich keine Empfehlungen). Bei Patientinnen / Patienten, die schon eine VT hinter sich haben, tue ich das auch, bin aber auch offen dafür, wenn sie sich trotzdem in meine Behandlung begeben wollen. 

Die Tiefenpsychologische Methode

Grundlage der tiefenpsychologischen Arbeitsweise:

Die psychotherapeutische Behandlung wird aufgesucht, wenn Leiden bestehen, die unerklärlich sind, weil eine körperliche Ursache nicht vorhanden ist oder die Ursache für körperliche Symptome nicht zu finden ist. Die Leidenden sind dem ausgeliefert, sie haben keine Kontrolle über ihre Reaktionen. Die von mir angebotenen Therapieformen gehen davon aus, dass der Konflikt, der diesen Leiden zugrunde liegt, unbewusst ist. Um an diesen Konflikt heran zu kommen, spielen die Einfälle des Patienten in der therapeutischen Sitzung die Hauptrolle. Auch bei dem nach S.FREUD genannten „Königsweg“ der Traumdeutung sind Einfälle die notwendige Voraussetzung. Einfälle sind Erinnerungen und Gefühle, die in der therapeutischen Situation aus dem Unbewußten aufsteigen. Sie haben im Gegensatz z.B. zu Gedanken oder Einsichten Erlebnisqualität . Für die therapeutische Arbeit wichtig ist Aufmerksamkeit.

DAS ANGEBOT

Ich biete folgende Therapieformen an:
1. psychoanalytische Einzeltherapie (jetzt nur noch ausnahmsweise)
2. tiefenpsychologisch fundierte Einzeltherapie und
3. Kurzzeittherapie

Ad 1. Die psychoanalytische Einzeltherapie ist eine Langzeittherapie (LZT). Sie dient einer umfassenden Neuorientierung und Befreiung von Hemmungen und Fixierungen (Abhängigkeiten), aber auch von einseitigen Lebenseinstellungen der Persönlichkeit des Patienten, wobei die Persönlichkeit natürlich dieselbe bleibt (übliche Dauer 160 Sitzungen, zwei Sitzungen in der Woche, das sind ca. 2 Jahre, max. Dauer 300 Sitzungen, das wären dann 4 Jahre).

Ad 2. Die tiefenpsychologische Einzeltherapie ist auch eine LZT und dient dazu, seelische Schwierigkeiten in einer aktuellen und auch akuten Lebenssituation (Krise) nutzbringend aufzulösen (maximal 80 Sitzungen, eine Sitzung in der Woche, maximale Dauer 1,5 bis 2 Jahre).

Ad 3. Die Kurzzeittherapie (KZT) ist für die Fälle gedacht, in denen die Behandlung eines eng umschriebenen Problems in relativ kurzer Zeit Aussicht auf Erfolg hat. Sie ist aber auch dafür vorgesehen, in Fällen, in denen das nicht gleich klar ist, die Frage zu beantworten, ob eine der unter 1. und 2. genannten Therapieformen in Betracht kommen, d.h., ob der Patient dafür geeignet ist (maximal 2 x 12 Sitzungen, eine Sitzung in der Woche, Dauer ca. 0,5 bis 1 Jahr). D.h. oft wird die KZT vor die LZT geschaltet, um zu sehen, ob eine Therapie in Gang kommt.

V I T A

 

 

Zu meiner Person:
Jahrgang 1945, Staatsexamen 1972 in München, Approbation 1974 in Berlin; ich war von 1974 bis 1980 Assistenzarzt in einem psychiatrischen Großkrankenhaus und dann bis 1984 wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Universitätsklinik, davon ein Jahr auf einer psychosomatischen Abteilung;
1980 Arzt für Neurologie und Psychiatrie in Berlin, Psychotherapeutische
Weiterbildung von 1976 bis 1984 in Berlin.
Ich arbeite seit 1984 ausschließlich als Psychotherapeut in eigener Praxis in Berlin. Zuerst war ich als Nervenarzt ermächtigt, seit 1986 bin ich als Nervenarzt niedergelassen.

Pflichtangaben nach dem Teledienstgesetz:
Meine Befugnis zum Führen der Berufsbezeichnung “Arzt” wurde in der
Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ich bin Mitglied der Ärztekammer Berlin und der KV Berlin. Die berufsrechtlichen Regelungen sind bei der Ärztekammer Berlin zugänglich. (www.aerztekammer-berlin.de ).

 

Psychoanalytische Praxis
Jochen Steltzer
Arzt für Neurologie und Psychiatrie

Arzt für Psychotherapeutische Medizin
Alle Kassen

Wielandstraße 14A, 12159 Berlin

Die Praxis befindet sich zwischen dem „S1-Bahnhof Friedenau“ und dem Breslauer Platz (Bus M48 und M85). Vom U9-Bahnhof „Friedrich-Wilhelm-Platz“ ist meine Praxis in 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Den Nutzern des S-Bahnrings empfehle ich am „S-Bahnhof Innsbrucker-Platz“ aus/einzusteigen (für den Weg zu Fuß zu meiner Praxis benötigen sie wieder höchstens 10 Minuten. Evtl. erwischen Sie einen Bus der Linie M48 oder M85 zum Breslauer Platz = 2 Stationen). 

Telefon
030 / 32 60 33 60

Ich biete Termine Montag, Dienstag und Donnerstag zwischen 8 und 19 Uhr an. An diesen Tagen bin telefonisch in den letzten 5 Minuten jeder Stunde zu erreichen, also z.B. von 9:55 – 10:00 Uhr. Nachrichten auf dem AB beantworte ich (wenn notwendig) so bald, als möglich.

jochen@steltzer.de