Was den Patienten erwartet

Was erwartet den Patienten in einer der o.g. Therapieformen?
Es gibt nur wenige Regeln, die „im Prinzip“ zu beachten sind [was fällt Ihnen zu “Prinzip” ein? Es gibt immer Ausnahmen!]:
1. Es darf alles gesagt werden, aber nichts gemacht werden, d.h. Körperkontakt ist nicht erlaubt, abgesehen vom Händedruck bei der Begrüßung / Verabschiedung; natürlich darf auch sonst kein ”Körper” oder Gegenstand ”angegriffen” werden.
2. Am Anfang wird ein Traum erzählt (natürlich nur, wenn einer erinnert wird).
3. Wie oben erwähnt spielen die Einfälle eine sehr wesentliche Rolle, die dem Patient in der Sitzung bewusst werden. Alle sollten gesagt werden, egal, ob sie für unwichtig, langweilig oder peinlich erachtet werden [sog. Grundregel]. Einfälle machen wie ”dumme Ideen” Angst, denn sie bedeuten die Aufgabe der Ichkontrolle und damit eine Trennung oder Herauslösung aus der bewussten [kontrollierten] Situation, weshalb sie auch ein wenig einsam machen. Also trotzdem!
4. Es handelt sich nicht um ein Gespräch oder um eine Unterhaltung, d.h. es muß nicht interessant sein und der Therapeut muß auch nicht unterhalten werden; der wiederum sagt nur dann etwas, wenn er es für sinnvoll hält.
5. Die von mir angebotenen Therapieformen sind keine Beratung. Deshalb sind Fragen “prinzipiell nicht erwünscht”, weil damit von Einfällen abgelenkt wird. Es gibt die Flucht in Fragen, um Unsicherheiten zu kompensieren. In der Therapie wären aber gerade die Bearbeitung dieser Unsicherheiten wichtig.
6. Eine große Rolle in der Theapie spielt die Regression = die Erinnerung an die Kindheit, an kindliche Bedürfnisse und kindliche Nöte. Die Erinnerung an die Kindheit ist oft unangenehm und schmerzhaft und wird deshalb abgewehrt. Die Angst vor diesen unangenehmen Erinnerungen führt oft zum Widerstand gegen die Therapie, die dann lästig wird, man hat das Gefühl, sie ist sinnlos, Zeitverschwendung, es gibt viel wichtigere Dinge und außerdem gibt es Menschen, die diesen Therapieplatz viel nötiger hätten. Es ist wichtig, diesen Widerstand zu verbalisieren. Gelegentlich passiert es auch, dass plötzlich alle Symptome verschwunden sind, vor Schreck sozusagen, wie vor dem Besuch eines Zahnarztes plötzlich alle Beschwerden verschwunden sein können.
7. Die Therapiesuchenden wollen oft den schnellen Erfolg, der sich auch tatsächlich in den meisten Fällen beruflich und im sozialen Verhalten schnell einstellt. Der Wunsch nach dem schnellen Erfolg behindert aber die Fähigkeit zur Regression, so dass sich die Beziehungsfähigkeit nicht so schnell und manchmal auch gar nicht entwickeln kann.